Aktuelles

COVID-19

Das nächste Treffen wird am 08.02.2022 um 19:00 stattfinden. Es wird rechtzeitig bekannt gegeben, ob das Treffen in Präsenz oder digital stattfindet


Meeting-ID: ---
Passwort: ---


Neue Gesichter sind wie immer gerne gesehen!

Herbstsymposium

Bist du noch unsicher, in welcher Arbeitsgruppe du deine Abschlussarbeit oder ein Vertiefungspraktikum machen möchtest? Dann darfst du das Herbstsymposium des JungChemikerForums Wuppertal nicht verpassen!
Am Donnerstag, den 18. November ab 16 Uhr in den Räumen VW11.001 und 002, stellen Doktoranden der chemischen Arbeitskreise ihre Forschung vor und geben dir wertvolle Tipps. Schaut auf jeden Fall vorbei!


 

Wir freuen uns auf euch!

84. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Gedächtniswoche zu Gisela Boecks Vortrag "Schicksal jüdische Chemiker:innen im Nationalsozialismus"

Richard Willstätter

„Das deutsche Volk hat dem rohesten, räuberischen und grausamen Antisemitismus freies Spiel gelassen, dessen Voraussetzung die Zustimmung und die Duldung von Tausenden Vorteilssuchender und von Millionen Schwacher und Feiger gewesen ist. In der Schwäche standen von Anbeginn die Universitäten und gelehrten Gesellschaften voran.“ So schreibt es der Nobelpreisträger Richard Willstätter in seiner Autobiographie (Aus meinem Leben, 1949, S. 397). Willstätters wissenschaftliche Leistungen liegen auf dem Grenzgebiet der Organischen und der Biochemie. Ihm gelang die Totalsynthese des Kokains, er untersuchte die Farbstoffe des Chlorophylls, des Hämoglobins und der Anthocyane. 1915 wurde ihm der Nobelpreis „für seine Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, vor allem des Chlorophylls“ zugesprochen. Willstätter, 1872 in Karlsruhe in einer jüdischen Großkaufmannsfamilie geboren, hatte an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert und promoviert. Er war dort außerordentlicher Professor, nahm aber 1905 einen Ruf an die ETH Zürich an. Ab 1912 wirkte Willstätter am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, wo er im Ersten Weltkrieg an der Entwicklung eines Gasmaskenfilters beteiligt war. 1916 kehrte Willstätter als Ordinarius nach München zurück. Zu Beginn der 1920er-Jahre gab es dort antisemitische Aktionen. Plakate forderten die Studentinnen und Studenten auf, keine Lehrveranstaltungen bei jüdischen Lehrern zu besuchen. 1924 kam es im Zusammenhang mit Nachfolgeverhandlungen für einen Kristallographen auch fakultätsintern zu antisemitischen Angriffen auf Willstätter. Darunter litt er sehr. 1925 trat er als Ordinarius zurück. Er arbeitete in seinem Privatlabor und konnte bis 1932 in deutschen Fachzeitschriften publizieren. Eigentlich wollte Willstätter in seiner Heimat ausharren, doch ab Ende 1938 musste er sich zur Auswanderung in die Schweiz entscheiden, wo er sehr erfolgreich wissenschaftlich tätig gewesen war. Nur so konnte er überleben und dem Abtransport nach Dachau entgehen zu werden. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Tessin, wo er 1942 verstarb.

 

Else Hirschberg

„Ich bin jetzt am jüdischen Krankenhaus hier [in Hamburg] tätig und dieses wird nicht mehr lange existieren können. Eine neue Existenz werde ich in Deutschland voraussichtlich nicht mehr finden können.“ Das berichtete Else Hirschberg am 8. Januar 1939 dem Chemiker William Albert Noyes (1857–1941) (Mss. B. B 445, Max Bergmann Papers, American Philosophical Society), sie hoffte auf Hilfe bei der Emigration aus Deutschland. Else Hirschberg – 1892 in einer jüdischen Familie geboren – war in Rostock die erste Studentin der Chemie, die 1913 das Verbandsexamen erfolgreich abgeschlossen hatte. Da sie sich für die Anwendung der Chemie im medizinischen Bereich interessierte, wechselte sie an das Institut für Physiologie, wo sie mit kurzen Unterbrechungen bis 1933 arbeitete. Obwohl sie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Stoffwechsel durchführte und diese publizierte, Praktika organisierte, die Bibliothek führte und 1928 durch die Philosophische Fakultät promoviert wurde, verblieb sie im Status einer technischen oder gar einer Hilfsassistentin. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde am 7. April 1933 erlassen, doch schon am 6. April 1933 hatte Else Hirschberg mitgeteilt, dass sie sich auf Veranlassung des Führers der Rostocker Studentenschaft Werner Trumpf (1910–1971) genötigt sehe, dem Institut fernzubleiben. Alle Bemühungen, aus Deutschland auszureisen, blieben erfolglos. In den Deportationslisten der Hamburger Gestapo findet sich für den 11. Juli 1942 der Name Else Hirschberg. Dieser Transport ging direkt nach Auschwitz.

 

Max Bergmann

Max Bergmann gilt als der bedeutendste Schüler von Emil Fischer (1852–1919). Unter dessen Leitung hatte er 1911 mit der Arbeit über Acylpolysulfide erfolgreich promoviert. 1921 wurde er zum Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Lederforschung in Dresden berufen, obwohl es schon zu dieser Zeit aufgrund seiner jüdischen Herkunft Widerstände gab. So heißt es in einem Schreiben: „…leider ist er Jude oder wenigstens jüdischer Abstammung, welcher Umstand ihn in den Augen vieler für Dresden unmöglich macht…“ (MPG-Archiv). Bergmann war außerordentlich erfolgreich und erhielt internationale Anerkennung. 1933 wurde er zwangspensioniert, hielt sich aber im Zusammenhang mit einer Vortragsreise bereits in New York auf, wo er in das Rockefeller-Institut eintreten konnte und eine führende Rolle in der amerikanischen Eiweißforschung übernahm. Zu seinen Schülern gehörten zwei spätere Nobelpreisträger. Bergmann verstarb 1944 in New York. Wie der Nachlass von Bergmann zeigt, bemühte er sich, jüdische Wissenschaftler:innen bei der Flucht aus Nazi-Deutschland zu unterstützen – so auch Else Hirschberg. Die große Schwierigkeit war aber das Auffinden von Arbeitsmöglichkeiten für die Emigrant:innen. Darüber berichtet er im Februar 1939: „All my efforts to find an institution willing to appoint Dr. Hirschberg to a position have so far been in vain. The number of refugees who are attempting to find an opportunity to immigrate outside the quota is … so large that it is quite impossible to help them all. I have generally observed that people are rather reluctant to employ chemists from abroad whom they do not know personally.“ (Archiv der American Philosophical Society)

 

Mieczysław Centnerszwer

Mieczysław Centnerszwer, 1874 in Warschau in einer jüdischen Familie geboren, gehörte zu den Schülern des Physikochemikers und Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald (1853–1932). Von 1891 bis 1898 hatte er in Leipzig studiert und mit der Arbeit über den katalytischen Einfluss verschiedener Gase und Dämpfe auf die Oxydation des Phosphors promoviert. Danach wurde er auf Vorschlag von Paul Walden (1863–1957) Lehrbeauftragter für Chemie und Elektrochemie am Rīgas Politehniskais Institūts (heute Technische Universität Riga), er wirkte dort bis 1928, wechselte dann aber nach Warschau, wo er 1932 den Lehrstuhl für Physikochemie an der Universität Warschau übernahm. Seine Arbeiten sind dem Gebiet der Chemischen Kinetik, der Korrosion der Metalle, der Elektrolyse und den Gleichgewichten in Mehrphasensystemen zuzuordnen. Centnerszwer publizierte in Deutsch, Russisch und Polnisch. Es entstanden gemeinsam mit seinen Schülern über 100 Abhandlungen. Centnerszwer war mit einer nicht-jüdischen Frau verheiratet. Für die Frau bedeutete das in der Zeit nach dem Überfall Deutschlands auf Polen, dass auch ihr Leben gefährdet war. Um sie vor Verfolgung zu schützen, ließ sich Centnerszwer formell scheiden. Er kam ins Warschauer Ghetto. Kurz vor dem Aufstand flüchtete er und wurde von seiner Frau versteckt. Doch er wurde verraten und von der Gestapo erschossen. Seine 70 Jahre alte Frau wurde nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt.

 

George de Hevesy

Der 1885 in Budapest geborene, sehr bedeutende Physikochemiker George de Hevesy stammte aus einer angesehenen jüdischen Familie. Er selbst war zum Katholizismus übergetreten. Hevesy hatte in Budapest, Berlin und Freiburg Chemie, Mathematik und Physik studiert und 1908 mit der Arbeit über die schmelzelektrolytische Abscheidung der Alkalimetalle aus Ätzalkalien und die Löslichkeit dieser Metalle in der Schmelze promoviert. Später arbeitete er bei Ernest Rutherford (1871–1937) in Manchester, bei Friedrich Paneth (1887–1958) in Wien und Henry Mosley (1887–1915) in Oxford. 1919 wurde er in Budapest Professor, ging aber 1920 zu Niels Bohr (1885–1962) nach Kopenhagen, wo er 1922 das Hafnium entdeckte. Von 1926 an war er Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort begann er mit dem Einsatz radioaktiver Isotope zur Klärung biologischer Probleme. Freiburg hätte zu einem Zentrum biologisch-medizinischer Isotopenforschung werden können, wenn Hevesy nicht aufgrund seiner jüdischen Herkunft das Land hätte verlassen müssen. Aufgrund der antijüdischen Nationalsozialisten reichte er 1934 sein Entlassungsgesuch ein und ging nach Kopenhagen und 1943 nach Stockholm. In jenem Jahr erhielt er „für seine Arbeiten über die Anwendung der Isotope als Indikatoren bei der Erforschung chemischer Prozesse“ den Nobelpreis für Chemie. Er setzte seine Arbeiten zur Anwendung radioaktiver Isotope in Biochemie und Medizin erfolgreich fort. Hevesy hat die Nobelpreise von Max von Laue (1879–1960) und James Franck (1882–1964) gerettet, er schrieb 1962 in seinem Buch Adventures in Radioisotope Research: “I suggested that we should bury the medal, but Bohr did not like this idea as the medal might be unearthed. I decided to dissolve it. While the invading forces marched in the streets of Copenhagen, I was busy dissolving Laue’s and also James Franck’s medals. After the war, the gold was recovered and the Nobel Foundation generously presented Laue and Frank with new Nobel medals.”

Das Schicksal jüdischer Chemiker:innen in der Zeit des Nationalsozialismus - Vortrag von Dr. Gisela Boeck am 09.11.2021

Die nationalsozialistische Politik in den Jahren 1933 bis 1945 beeinflusste die Entwicklung der Chemie in Deutschland signifikant. Jüdische Chemiker:innen wurden entlassen, nur teilweise gelang ihnen die Flucht ins Ausland. Neben der Vorstellung von einigen Schicksalen wird die Auswirkung auf die chemische Forschung diskutiert. Frau Dr. Gisela Boeck wird den Gedenk-Vortrag online am 09.11.2021 um 17 Uhr halten. Zum 83. Jahrestag der Reichsprogromnacht wird das JCF Wuppertal eine Gedächtniswoche widmen und täglich Posts als Einblicke auf den Vortag auf ihren Social-Media Kanälen veröffentlichen.

Alle Interessierten sind ausdrücklich eingeladen!

 

Meeting ID: 938 1852 6048

Passwort: E7FaZ9hQ

 

Den Teilnahmelink findet ihr unter jcf.io/wuppertal-hagen/wuppertal-veranstaltungen (einfach auf den Vortragstitel klicken für mehr Infos und Link) oder ganz oben auf www.jcf.io

 

Wir freuen uns auf euch!

Pechvögel in Wissenschaft und Wirtschaft - Vortrag von Professor Ehlers am 20.10.2021

Forschende wie Marie Curie, Nils Bohr und Karl Ziegler sollten allgemein bekannt sein, und das auch zu Recht! Anderen war das Schicksal weniger wohlgesonnen. Namen wie Carl Wilhelm Scheele, Heinrich Bock und Alicia Augusta Bell hört ihr vermutlich das erste Mal. Doch auch sie haben eine spannende Geschichte und teilweise auch bedeutsames geleistet! Über diese Pechvögel soll es am 20.10.2021 um 17 Uhr in Professor Ehlers Online Vortrag gehen.

 

Es sind ausdrücklich alle Interessierten eingeladen!

 

Den Teilnahmelink findet ihr unter jcf.io/wuppertal-hagen/wuppertal-veranstaltungen (einfach auf den Vortragstitel klicken für mehr Infos und Link) oder ganz oben auf www.jcf.io

 

Wir freuen uns auf euch!

JCF Mentoren-Programm 2021 

Im Jahr 2018 wurde erstmals das JCF-Mentorenpogramm ins Leben gerufen. Nach vielen Anmeldungen im letzten Jahr wird es auch in diesem Jahr möglich sein einen persönlichen JCF Parten an die Seite gestellt zu bekommen.

Gerade im ersten Semester haben viele Studierende tausende Fragen rund um die Veranstaltungen und das Chemiestudium allgemein. Die Corona-Pandemie bringt zudem sicherlich noch mehr Fragen mit sich. Diese Fragen würden wir vom JungChemikerForum gerne beantworten und dir zu einem reibungslosen Start in das Uni-Leben verhelfen!

Wir stellen dir ein JCF Mitglied als persönlichen Mentor zur Seite, der dir mit Rat und Tat zur Seite steht und mit dir bei Bedarf Dinge bespricht wie Prüfungs An- und Abmeldung und Tipps zum Studium, zu den Veranstaltungen und Klausuren. Außerdem das Zurechtfinden in der Uni und Ansprechpartner für verschiedene Probleme auch rund um die Neuerungen, die sich mit der Corona-Pandemie ergaben.