Im Eintrag „Ende mit boom!“ - Eine Experimentalvorlesung und ein Workshop mit dem CAU Familienservice im Sommerferienprogramm 2018 haben wir euch auf den bevorstehenden Artikel in den Nachrichten aus der Chemie hingewiesen. Dieser ist nun offiziell in der November-Ausgabe erschien und heute können wir ihn euch auch auf unserer Website präsentieren:

Workshop für Kinder


Ein wenig müde sahen die Kinder am Morgen aus, als sie den Chemiehörsaal betraten. Zwei Wochen des Ferienprogramms organisiert vom Familienservice der Universität Kiel lagen bereits hinter ihnen. Zum Abschluss sollten die Kinder noch ein- mal staunen und die Chemie hautnah erleben – so hatten es sich die Kieler Jungchemiker vorgenommen. „Wir haben uns über die Möglichkeit gefreut und durch unser jährliches Programm auf der Kieler Woche bereits Erfahrung darin, Experimente altersgerecht zu präsentieren“, sagte Sascha Ossinger, JCF-Sprecher in Kiel.

Unterstützung holte sich das JCF-Team vom GDCh-Seniorexperten Wolfgang Czieslik, der ebenfalls regelmäßig Experimentalvorträge vor jungem Publikum hält. So saßen die Kinder staunend in der ersten Reihe, als mit Indikatoren Rosen gefärbt oder die Farbe einer Carbonat-Lösung ausgepustet wurde.

Anschließend durften die 14 Kinder eigene Experimente durchführen mit Materialien, die alle in der Apotheke, im Supermarkt oder in der Drogerie erhältlich sind. Schutzbrille auf und los ging es. In kleinen Gruppen mit einer Betreuerin oder einem Betreuer machten sich die Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren an die Arbeit. Einige Lehramtsstudierende nutzten diese Möglichkeit, um experimentelle Unterrichtsformen mit Schülern kennenzulernen. Unter Gasentwicklung wurden mit einem Gemisch aus Backpulver und Wasser Kerzen gelöscht oder Münzen mit Zitronensäure gereinigt. Auch vor Lebensmitteln machten die jungen Chemikerinnen und Chemiker nicht halt und untersuchen unterschiedliche Fette oder die Farbe von Karotten. Mit einfachen Methoden konnten Erkenntnisse über die Chemie des Alltags gewonnen werden.

Nach einer kurzen Führung durch ein chemisches Labor und einer dringend benötigten Mittagspause ging es für die Truppe zurück in den Hörsaal. Nach dem chemischen Vortrag des Vormittags folgten physikalische Themen, bei denen die Kinder selbst Versuche durchführen konnten und zum Beispiel einen Schmetterling aus Mylar-Folie mit einem Elektrozauberstab zum Schweben brachten. Aus einem Aquarium fischten ein paar Mutige Murmeln heraus, ohne dabei nasse Finger zu bekommen, indem zuvor eine Schicht aus Bärlappsporen auf die Wasseroberfläche gestreut wurde.

Zum Abschluss wurde es draußen noch einmal matschig: Die Kinder vermengten Maisstärke und Wasser und konnten anschließend beobachten, wie widerstandsfähig der Brei war, wenn Druck ausgeübt wurde. Mit einem Knall und einer Menge Hitze beendete ein Thermit-Versuch den Tag.

Dass die Chemie nicht kompliziert und fremd sein muss, sondern faszinierend und spannend ist, zeigte das JCF-Team. „In dem Umfang war die Veranstaltung eine kleine Herausforderung, aber die Kinder hatten Spaß, konnten Fragen stellten und natürlich noch etwas lernen“, fassten die Organisatorinnen Michaela Taddey und Leonie Fitschen die Veranstaltung zusammen, „das möchten wir nächstes Jahr gerne wiederholen und mehr Kinder für Chemie begeistern.“


Alexandra Tietze
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