Aus dem benachbarten Oldenburg hat Prof. Dr. Katharina Al-Shamery uns am 25.01.2021 neue Einblicke in die hetereogene Katalyse gegeben. Sie zeigte uns in ihrem Onlinevortrag, dass für die Entwicklung maßgeschneiderter Katalysatoren zahlreiche Aspekte der Nanopartikel relevant sind. Dazu zählen unter anderem die Größe, Zusammensetzung und Morphologie der Partikel, aber auch ihre gegenseitigen Wechselwirkungen. Verdeutlich wurde dies unter anderem am Beispiel der Oxidationsstufenverhältnisse von Titan in TiO2-Einkristallen. Außerdem stellte hat Prof. Al-Shamery Methoden vor, mit denen diese Parameter gezielt beeinflusst werden können. 

Den Abschluss unserer Sonderkolloqiuen-Reihe im Sommersemester 2020 machte Jonas Warneke am 29.06.2020. In seinem Onlinevortrag berichtete er über die Möglichkeit zur präparativen Nutzung von Molekülfragmente aus Massenspektrometern. Da sich viele dieser Fragmente nicht durch übliche chemische Verfahren herstellen lassen, eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten zur Erzeugung spezieller Schichten auf Materialien. Dies wurde unter anderem am Beispiel der Chemie von [B12X11]--Fragmentanionen (X=Halogene, CN) verdeutlicht, die sogar mit Edelgasen und Methan reagieren.

 

Am 22.06.2020 hat uns Dr. Giorgia Zampardi via Zoom über die vielversprechenden Einsatzmöglichkeiten wässriger Zink-Ionen Batterien für stationäre Energiespeicher berichtet. Die Technologie gilt als günstig und umweltfreundlich, entsprechende Zellen weisen aber geringe Lebensdauern auf sowie eine unerwünschte Bildung von Wasserstoffgas. Der Einsatz neuer Batteriematerialien könnte diese Probleme jedoch lösen. Nachdem sie die probelmatischen Nebenreaktionen erläutert hatte, stellte Dr. Zampardi uns sowohl verschiedene Elektrodenmaterialien und Elektrolyte vor als auch mögliche Modifikationen derselben, mit denen die Leistungsfähigkeit wässriger Zink-Ionen Batterien verbessert werden kann.

Als unser erster Vortragsgast im Jahr 2020 hat Prof. Dr. Michal Juríček am 27.01.2020 einen Vortrag über die Nutzbarkeit von Graphen-Fragmenten in der Spintronik gehalten. Einige dieser Systeme können die Hückel-Regel nicht erfüllen und besitzen somit intrinsisch die für die Spintronik benötigten Radikale, während andere Verbindungen unter Anwendung externer Stimuli diese Radikale reversibel bilden können. Neben der interessanten weil häufig verzerrten Struktur der  Systeme hat Prof. Juríček uns auch von den Synthesewegen und möglichen Seitengruppen-Modifikationen berichtet, mit denen sich die HOMO-LUMO-Lücken und damit die Radikalbildung beeinflussen lassen.

Am 18.11.2019 besucht uns Dr. Johannes Wehner von der Kanzlei Kador & Partner in München, um uns einen Einblick in die Arbeit als chemischer Patentanwalt zu geben.
Zunächst fand ein Workshop statt, in dem Dr. Wehner über die Grundlagen zur Patenterstellung und ihrer Recherche informierte.
Anschließend hielt er im Rahmen des GDCh-Kolloqiums einen Vortrag über sein Berufsfeld und seinen Werdegang. Dabei wurden unter anderem die Fragen beantwortet, wie ein Einstieg möglich ist und welche Aufgabenbereiche die Arbeit als Patentanwalt umfasst.

Am 17.06.2019 hielt Dr. Katharina Brinkert vom California Institute of Technology (CalTech) einen Vortrag bei uns in Bremen. Aufgrund eines gleichzeitigen Forschungsaufenthaltes hatten wir das Glück einen internationalen Gast und gleichzeitige eine junge Nachwuchswissenschaftlerin mit einem interessanten Thema zur Forschung unter Weltraumbedingungen zu hören. Der Vortrag hatte den Titel „Advanced Semiconductor-Electrocatalyst Systems for Photoelectrochemical Hydrogen Production in Microgravity Environments“ und handelte von der Anwendung von Halbleiterzellen zur künstlichen Photosynthese im Weltall. Dr. Brinkert gab einen Einblick in die Herstellung der Halbleiterzellen sowie der Tests unter Mikrogravitation im Fallturm Bremen. Ausschlaggebend für das Design der Halbleiterzellen ist dabei die Nanostruktur der Katalysatoren, welche mit „Shadow Nanosphere Litography“ erzeugt werden.

Am 26.11.2018 fand der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Roth über Schokolade statt. Er nahm uns mit auf einer Reise von den Anfängen des zuerst bitteren breitartigen Getränks und bissfesten Kakaobohnen bis hin zum Kakao und der Schokolade wie wir sie heute kennen.
Neben der Herkunft befasste er sich auch mit dem Marketing und dem Geschmackserlebnis der weltweit bekannten Köstlichkeiten. Zudem gab er uns einen Einblick in die Verbindungen, die den einzigartigen Geschmack des Kakaos ausmachen.

Am Montag, den 29.10.2018 fand ein Vortrag von Herrn Dipl. Ing. Axel Drieling und Frau M.Sc. Johanne Hesselbach vom Faserinstitut Bremen im Zuge eines JCF-Sonderkolloquiums in Kooperation mit der Vortragsreihe Global Cotton statt. Auf eindrucksvolle Weise wurde von den Referenten dargelegt, in welchen Arbeiten und zu welchem Zweck Chemie bei der Herstellung von Baumwolle eingesetzt wird. Neben der Aufbereitung und Oberflächenbehandlung ging es dabei auch um die Verwendung von Giften während der Kultivierung der Baumwollpflanzen.

Am Montagabend, den 14.05.2018, berichtete Dr.-Ing. Nils Hildebrand (Faserinstitut e.V.) unter dem Titel “Joining of Lightweight Materials for Aerospace” im Rahmen des GDCh-Kolloquiums über seine aktuelle Forschung. Das Faserinstitut e.V. entwickelt eine neue Hyb-ridfügetechnik aus duroplastischen und thermoplastischen Materialien basierend auf atomisti-schen Simulationen. Mit seinem Vortrag gelang es Dr.-Ing. Nils Hildebrand erfolgreich theo-retische Wissenschaftler, aber auch Studierende sowie Laien anzusprechen und mit einzube-ziehen. Dieser überaus spannende Vortrag lässt auf einen erfolgreichen zukünftigen Leichtbau für die Luft- und Raumfahrt hoffen.

Über „den Zauber der grünen Fee“ erzählte Prof. Dr. Klaus Roth am 08.01.2018 auf Einladung des JCF Bremens. Herr Roth berichtete über die Entstehungsgeschichte des Absinths, dessen Beliebtheitsgrad seinen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts in der Pariser Künstlerszene erlebte. Maler, Dichter und Musiker sprachen ihrem Lieblingsgetränk damals eine gewisse Mystik zu: Die grüne Fee erschiene nach einigen Gläsern Absinth und durch ihre Liebkosungen würde ungeahnte Kreativität freigesetzt werden. Später erfolgte der Niedergang des „Zaubergetränk“ durch ein langjähriges (unberechtigtes?) Verkaufsverbot. Die Vortragsbesuchenden erfuhren weiterhin etwas über die Zusammensetzungen von gutem und weniger gutem Absinth und bekamen am Ende die Chance der „Zauberkraft“ des inzwischen wieder kommerziell erhältlichen Getränkes selber auf den Grund zu gehen.